Es ist doch noch praktisch, ein Blog zu haben, auch wenn man grundsätzlich nie bloggt. Neulich hatte ich eine kurze Maildebatte mit einem Freund über die Verwendung von Microsoft-Office-Dateien im Mailverkehr, bei der er – auch als Befürworter von Alternativen wie OpenOffice – pragmatisch argumentierte, dass es doch sinnvoller sei, Office-Dokumente zu verschicken, da diese von beiden Anwendergruppen geöffnet werden könnten. Weil ich das so nicht ganz stehen lassen wollte habe ich eine Antwort verfasst und nachdem ich dies auf Twitter angekündigt hatte mehrfach danach gefragt, so dass ich beschlossen habe, sie hier zu veröffentlichen. Nebenbei fallen außerdem noch ein paar andere Brotkrumen ab. Kommentare gerne auch hier.
[…]Allerdings bleibt mir schleierhaft, was gegen das .doc-Format spricht. Schließlich kann man dieses doch mit OpenOffice öffnen. Mit Word jedoch lässt sich dies nicht öffnen. Verstehe mich nicht falsch: Ich finde OpenOffice Klasse und trete auch dafür ein es zu verbreiten. Dennoch darf man doch Leute, die eben gewohnt sind mit der kommerziellen Anwendersoftware zu arbeiten und diese doch ein Stück weit besser finden, nicht diskriminieren. Somit wäre es doch insgesamt logischer generell eher .doc-Dateien zu versenden, als .odt-Dateien. Sicherlich, rein ideel sollte man Leute dazu bringen sich mit den OpenOffice-Varianten zu beschäftigen. Aber ich finde dies prinzipiell über andere Wege lohnenswerter.[…]
Du beschreibst mit deiner Antwort einen pragmatischen Lösungsansatz, der nicht nur nachvollziehbar und weit verbreitet ist, sondern auf den ersten Blick auch recht praxistauglich scheint. Ich werde versuchen darzulegen, nicht nur, warum ich auch aus anderen Gründen glaube, dass man diesem Ansatz nicht folgen sollte, sondern auch, warum ich glaube, dass dieser auf Dauer nicht funktioniert. Letztlich geht es in meiner Argumentation tatsächlich weniger um die Frage, ob man freie Software einsetzen sollte oder den Einsatz unfreier Software ablehnen muss, sondern ich möchte zwei Vergleiche ziehen, die zwar ebenso wie die Thematik freie Software/offene Standards an sich abstrakt sind, die Position meines Standpunkts jedoch vielleicht leichter nachvollziehbar machen.
Zuletzt noch die Vorbemerkung, dass die Grundhaltung, weshalb ich so argumentiere eine ist, die einem sehr liberalen Geist und keineswegs der Idee entspringt, dass ich hier verteufel, was mir einfach so nicht passt.