Ich wurde wieder einmal darauf aufmerksam gemacht, dass ich schon wieder in Blog-Faulheit verfallen bin. Das liegt nicht wirklich daran, dass es mir an Themen mangelte. Oft genug ist es tatsächlich die fehlende Motivation, sich dann doch hinzusetzen und zu schreiben, aber eben auch oft genug ist es die Erkenntnis, dass das, was in meinem inneren vorgeht, dann im Grunde genommen doch zu privat ist. Ich habe beschlossen, in dieses Blog nicht so viele private Dinge zu thematisieren. Hat man sich gerade gewaltig über etwas geärgert, möchte man ja letztlich nicht demjenigen, mit dem man sich gestritten hat, auch noch offen erklären, dass man sich gerade über ihn geärgert hat. Oder wenn man über persönliche Wünsche nachdenkt, fällt einem oft jemand ein, von dem man lieber wüsste, dass er mehr Abstand zur eigenen Person hat.
Dies soll natürlich keine Selbstzensur sein, sondern dient in erster Linie dazu meine, oder eben auch die Privatsphäre meiner Mitmenschen zu schützen. Was jetzt aber nicht heißt, dass ich hier nicht schreiben kann, dass es mich sehr freuen würde, wenn es heute Abend wie die letzten beiden Wochen wieder mit dem regelmäßigen Weggehen in schöner Atmosphäre klappen sollte
Zwei Absätze geschrieben und dennoch hat sich dieser Blog-Eintrag hier noch nicht in eine bestimmte Richtung entwickelt. Warum vielleicht nicht doch mal aus einer etwas persönlicheren Perspektive schreiben? Gestern begannen die szenischen Proben für die Tannhäuser-Produktion am
Mainfrankentheater, bei der ich ja das Glück habe, dabei sein zu dürfen. Natürlich soll hier alles streng geheim bleiben, man möchte ja dem geneigten Leser und der geneigten Leserin die Spannung nicht verderben

Es sei aber so viel verraten, dass wir doch unseren Spaß mit der Bühnentechnik hatten und wir sehr gespannt darauf sind, wie die endgültige Umsetzung letztlich wirken wird. Aber ich glaube, dass man nicht behaupten kann, dass die Idee(n) der Umsetzung einer Wagner-Oper nicht würdig wären. Ich hoffe, wir haben noch genauso viel Spaß in den kommenden Wochen bei der Probenarbeit.
Während ich am Samstag also mit Probenarbeit beschäftigt war, hat „meine“
Grüne Jugend einen Infostand zum Thema Folgen des Fleischkonsums auf die Beine gestellt und an der Alten Mainbrücke leckere vegane Waffeln und (freundlicherweise von tegut gesponsorte) Äpfel zusammen mit Infoflyern über die ökologischen Folgen zu großen Fleischkonsums verteilt. Leider war ich nicht selbst dabei, aber wie ich gehört habe, war die Aktion ziemlich erfolgreich, was mich besonders freut, haben wir doch in die Vorbereitung einiges an Ideen, Zeit und Arbeit gesteckt. Hoffentlich bringen wirs auch bald auf die Reihe, einen Bericht und ein paar Fotos der Aktion auf unsere
GJ-Homepage zu stellen.
Ich hatte schon im Laufe der letzten Zeit die Idee, im Wahlkampf bei den Würzburger Grünen mal das Twittern auszuprobieren, um eine Aktion wie diesen Infostand der GJ im Internet „anzukündigen“. Natürlich ist mir klar, dass wir im Kreisverband bei weitem nicht so ein großes Publikum haben werden, wie das für den
Bundes- oder
Landesverband der Grünen oder auch der Grünen Jugend zutreffen würde, aber es hat einen regionalen Bezug, bietet die Möglichkeit für Sympathisanten über Veranstaltungen auf dem Laufen zu bleiben und bietet zumindest eine potentielle Plattform für kleine Dialoge. Nun, was für den GJ-Infostand zeitlich nicht mehr hingehauen hat, sollte für die kommenden Veranstaltungen jetzt klappen:
Die Grünen in Würzburg twittern jetzt auch. Und bevor die Kritiker jetzt beginnen, dies als Wahlkampfkalkül zu verurteilen: natürlich „passt“ der Start von soetwas besonders gut in die Zeit des Wahlkampfes, auch weil sich durch die vermehrten Veranstaltungen es sich vielmehr anbietet, diese anzukündigen. Und ja, es ist auch erstmal ein Experiment, mit dem wir Erfahrungen sammeln wollen, gerade auch, weil bei uns natürlich auch nicht-Web-2.0-affine Menschen engagiert dabei sind, und das alles neu für diese ist. Aber es bleibt dennoch ein ernstgemeinter Versuch hin zu mehr Kommunikation und mehr Vernetzung zwischen uns und den Leuten, die an uns und unserer Arbeit interessiert sind.
Joa, das war auch das wesentliche, was mich dieses Wochenende umtrieben hat. Meine neuen, schicken Regale, die hier halbfertig (da noch zu streichen und anzupassen) werden wohl sich noch mindestens bis morgen gedulden müssen (Aber das wird jetzt wirklich bald schon was, wenn ich die fertig habe, dann wird ALLES BESSER! Weil hier überall nur noch Ordnung einziehen wird! Daher nochmal thx an Papa fürs Bauen!). Ja und morgen gehts dann los mit Woche 2 dieses Sommersemesters.
Über die vielen ernsthaften Gedanken, die ich mir in letzter Zeit immer öfter über die Rolle von Männern in unserer heutigen Gesellschaft mache, werde ich dann wohl mal ein anderes mal bloggen. Das Thema ist aber zugegebenermaßen auch extrem schwierig und ich bin schon mehr als einmal davor zurückgeschreckt es anzugehen. Vor allem ist mir in letzter Zeit klar geworden, dass sich die Gesellschaft noch viele Jahre, Jahrzehnte oder wohl noch länger damit beschäftigen wird, habe ich schließlich im Grunde noch keine einzige begriedigende Antwort auf irgendeine der Fragen gefunden, die mich in diesem Zusammenhang beschäftigen.
Bis dahin erstmal wünsche ich eine geruhsame Nacht.