Die Party ist vorbei: Antworten zur Erschöpfung des IPv4-AdressraumsPosted by Patrick Hanft in
Der weltweite Internetadresspool ist leerHeute morgen hat die IANA von den verbliebenen 7 /8-Adressblöcken (so ein Block ist ein Anteil von rund 0,5% am existierenden Internet-Adressraum in IPv4) zwei an APNIC, eine der sogenannten RIR – Regional Internet Registries vergeben. Dadurch wurde ein vorher ausgehandeltes „End Game“ ausgelöst, das alle 5 restlichen /8-Adressblöcke des IPv4-Adressraums zu je einem an die fünf RIRs vergibt. Die Party ist also vorbei, das Internet ist „voll“. Was bedeutet das?Auf eine Nachfrage, was das genauer bedeutet, habe ich bei Facebook dann folgende Antwort verfasst, die ich hier gerne festhalten möchte: Es existieren fünf RIR (Regional Internet Registries), die für ihre jeweiligen Regionen/Kontinente Adressbereiche an Organisationen und Unternehmen vergeben. Diese RIRs handelten bisher so, dass sie immer einen Vorrat von mindestens zwei /8-Blöcken (das entspricht einem Adressraum, bei dem die Erste, der vier Zahlen einer IP-Adresse konstant bleibt, also bspw. 100.x.x.x, insgesamt rund 16Mio. IP-Adressen) hatten. Kamen sie unter diese Grenze beantragten sie zwei neue Blöcke aus dem zentralen Pool. Das ist jetzt vorbei, weil der Pool ausgeschöpft und alle /8-Adress-Blöcke vergeben sind (bzw. die letzten fünf werden jetzt automatisch je einer pro RIR an diese vergeben, das wird wohl erst Donnerstag passieren). Eine Übersicht über den IPv4-Adressbereich findet man: http://www.iana.org/assignments/ipv4-address-space/ipv4-address-space.xml Die RIRs werden jetzt so lange IP-Adressen vergeben, wie sie selbst welche haben. Das dürfte zwischen einem guten halben Jahr (für die am schnellsten IPs-verbrauchende Region) dauern, bis vllt. maximal gute zwei Jahre, bis die letzte RIR keine Adressen mehr vergeben kann (wie lang das derzeit genau geschätzt wird, hab ich nicht im Kopf). Danach ist der gesamte IPv4-Adressbereich an Unternehmen und Organisationen vergeben. Man bekommt keine Provider-unabhängige Adressen mehr. Es wäre zu diesem Zeitpunkt also so gut wie unmöglich, ein großes Internet-Unternehmen mit vielen eigenen Servern, einem eigenen Netz, oder eben einen ISP (Internet Service Provider) aufzubauen. Je nach Vorsorge-Taktik einzelner Zugangs- und Hosting-ISPs wird es ab jetzt dann zwei bis maximal vielleicht fünf Jahre dauern, bis sie keine neuen Kunden mehr aufnehmen können, sei es jetzt für die Installation neuer Server (fürs Hosting), oder für Internetzugänge. Ab diesem Punkt wird es kritisch. Es steht dann zu befürchten, dass man als Endkunde keinen vollwertigen Zugang mehr zum Internet bekommen könnte, sondern der Provider nunmehr nur eine Adresse aus einem privaten Adressbereich (wie wir das alle von zu Hause kennen, wo wir eine 192.168.x.x/172.1x.x.x/10.x.x.x-Adresse verwenden) zuweisen. Dies bedeutet, man kann keine eigenen Verbindungen zulassen. VoIP wird nochmal komplexer und unzuverlässiger, P2P funktioniert nicht mehr und grundsätzlich sind wir im Zeitalter des Zwei-Klassen-Netzes angelangt (Wir sind das bereits jetzt im Internet über Mobilfunk, dort wird das so schon gehandhabt!!!). Die einzige sinnvolle Lösung für dieses riesige IPv4-Problem, das jetzt mit immer schnelleren Schritten auf uns zurollt, ist der Umstieg auf das Nachfolgeprotokoll IPv6, das statt 4,3 Mrd Adressen bei IPv4, viermal so lange Adressen und damit also einen Adressraum von 4,3 Mrd 4,3 Mrd 4,3 Mrd * 4,3 Mrd Adressen, also eine Zahl von rund 340[und 36 Nullen angehängt] Adressen, ermöglicht. IPv6 hat Datenschutz-Implikationen, mit denen wir uns beschäftigen müssen und bei denen wir wirksame Maßnahmen fordern müssen, auf der anderen Seite erlaubt ein derart großer Adressraum einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz. Es ist demokratischer, da ich genauso Services auf meiner Adresse anbieten kann, wie jeder sonst und es löst viele technische Probleme. Z.B. wird NAT (Network Adress Translation – das ist für Internet-Protokoll-Designer eine echte Plage!) der Vergangenheit angehören und dadurch wird das Potenzial, deutlich mehr direkte End-zu-end-Kommunikation und weniger über zentralisierte Server organisierte Kommunikation (Facebook!) zu betreiben. Das Netz könnte wieder dezentraler und innovativer werden. Warum lässt der Nachfolger so lange auf sich warten?Weiterhin wurde ich gefragt, warum die Einführung des Nachfolgeprotokolls IPv6 so auf sich warten lässt. Dazu gab ich dann folgende Antwort: Es gibt keinen Hinderungsgrund. Es gibt nur viele Gründe, warum Netzbetreiber zögern und zaudern:
So, das sind erstmal die einfachen Gründe, die mir einfallen, warum der Umstieg nicht in die Gänge kommt. Warum interessiert mich das?Das Thema ist insofern wichtig, weil es in Kürze jedeN InternetbenutzerIn betreffen wird, auch wenn diese im Idealfall eigentlich nichts davon bemerken sollten. Dennoch sollte die Internet-Wirtschaft und Internet-Community, aber vielleicht auch die Politik ein intensives Interesse daran haben, sich mit dem aktuellen Stand und der Entwicklung zu beschäftigen. Es bleibt viel zu tun, um dem Internet auch in Zukunft ein reibungsloses Funktionieren und auch Veränderung und noch Wachstum zu ermöglichen. Eine längst überfällige Betrachtung des Wordformates, geschrieben aus Sicht eines Informatikers für politisch denkende Menschen ;)Posted by Patrick Hanft in
Es ist doch noch praktisch, ein Blog zu haben, auch wenn man grundsätzlich nie bloggt. Neulich hatte ich eine kurze Maildebatte mit einem Freund über die Verwendung von Microsoft-Office-Dateien im Mailverkehr, bei der er – auch als Befürworter von Alternativen wie OpenOffice – pragmatisch argumentierte, dass es doch sinnvoller sei, Office-Dokumente zu verschicken, da diese von beiden Anwendergruppen geöffnet werden könnten. Weil ich das so nicht ganz stehen lassen wollte habe ich eine Antwort verfasst und nachdem ich dies auf Twitter angekündigt hatte mehrfach danach gefragt, so dass ich beschlossen habe, sie hier zu veröffentlichen. Nebenbei fallen außerdem noch ein paar andere Brotkrumen ab. Kommentare gerne auch hier.
Du beschreibst mit deiner Antwort einen pragmatischen Lösungsansatz, der nicht nur nachvollziehbar und weit verbreitet ist, sondern auf den ersten Blick auch recht praxistauglich scheint. Ich werde versuchen darzulegen, nicht nur, warum ich auch aus anderen Gründen glaube, dass man diesem Ansatz nicht folgen sollte, sondern auch, warum ich glaube, dass dieser auf Dauer nicht funktioniert. Letztlich geht es in meiner Argumentation tatsächlich weniger um die Frage, ob man freie Software einsetzen sollte oder den Einsatz unfreier Software ablehnen muss, sondern ich möchte zwei Vergleiche ziehen, die zwar ebenso wie die Thematik freie Software/offene Standards an sich abstrakt sind, die Position meines Standpunkts jedoch vielleicht leichter nachvollziehbar machen. Zuletzt noch die Vorbemerkung, dass die Grundhaltung, weshalb ich so argumentiere eine ist, die einem sehr liberalen Geist und keineswegs der Idee entspringt, dass ich hier verteufel, was mir einfach so nicht passt. Continue reading "Eine längst überfällige Betrachtung des Wordformates, geschrieben aus Sicht eines Informatikers für politisch denkende Menschen ;)"
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Das Problem, den Einstieg ins Selbstmanagement zu managenPosted by Patrick Hanft in
Uuups und so schnell geht das. Mal ein Blog eingerichtet, bisschen gebloggt, dann ein paar Tage viel zu tun, bzw. nicht die Energie über die wirklich wichtigen Themen zu schreiben, die einen bewegen und dann, zack, schon wieder drei Wochen rum. Nachdem mir vorhin eine gute Freundin vorgeschlagen hat, dass ich wieder bloggen sollte, hab ich mich nun schon beinahe gedrängt gefühlt. Immerhin, wer rechnet denn schon damit, wieder auf einmal doch schon wieder überhaupt Leser zu haben?
Nunja, dieser Blogeintrag bedeutet nunmehr nicht, dass ich nicht eigentlich noch andere wichtige Dinge zu tun hätte. Oder zumindest tun sollte. Oder eben mal die eingehende Chatnachricht, die soeben rechts unten blinkt, lesen sollte. Moment, ich glaube, ich mach das mal schnell... okay. Ich sollte außerdem noch mindestens eine e-Mail für die GJ Würzburg verschicken und außerdem wollte ich mich die nächsten (wenigen restlichen) Tagen, die ich vor dem Beginn des Sommersemesters habe und an denen ja alle Freunde, mit denen man diese Tage anderweitig verbringen wollen würde, selbst noch beschäftigt sind, dem Thema "GTD" widmen. Es hat ja schon beinahe etwas von Komik, dass ich den Einstieg in diese Selbstmanagement-Methode, die zumindest die Hoffnung birgt, dass alles besser werden könnte, selbst nun schon über ein Jahr vor mir her schiebe. Mittlerweile ist es so lange her, dass ich das zugehörige Buch gelesen habe, dass ich wohl besser daran täte, es zumindest teilweise erst noch einmal zu lesen. Anschließend stelle ich dann fest, dass mir noch irgendwelches Equipment fehlt, oder es keinen Sinn macht, auf dieses System umzustellen während hier allergrößtes Chaos herrscht. Es ist echt total verhext!!! Liebe Menschen, die ihr es geschafft habt, professionell euch durch euer Studium zu arbeiten und jetzt eure Karriere in einem aufstrebendem jungen Unternehmen meistert, wann habt ihr gelernt, euch selbst zu managen, euren inneren Schweinehund zu überwinden, und euch nicht durchgehen zu lassen, wenn ihr nur halbe Arbeit leistet? Blöde Chatbenachrichtigungen, geht doch mal bitte meinem Browser-ich-möchte-jetzt-einen-neuen-Eintrag-erstellen-Fenster ausm Weg! *ähm*, ja. Das nächste mal schreib ich wieder was weltbewegendes. Versprochen ggg Edit: und ja verdammt, warum stellt mein Serendipity immer noch Umlaute im System selbst teilweise falsch dar? Edit2: juchu! Probleme sind doch dazu da, um gelöst zu werden. Der März hat wieder ein ä Der "deutsche Thriller", gibts sowas ab sofort endlich öfter?Posted by Patrick Hanft in
Ich gehe eigentlich ganz gerne ins Kino. Weniger, weil ich es toll finde, mir lautes Gequassel oder das Rascheln von Popcorn-Tüten mir anzuhören, sondern weil ich manchmal das Gefühl habe, dass es dann doch einen Film gibt, der es verdient im Großformat angesehen zu werden, oder der zumindest davon gewinnt. Freilich könnte ich mir auch das Geld für einen Beamer zusammensparen, am Ton solls sowieso nicht mangeln; meine mittleren Ansprüche sind bereits befriedigt und der Ton ist in den Kinos, die ich besuche, in der Regel sowieso beschämend schlecht eingeregelt. Aber dann gibt es da Filme, von denen bereits im Vorfeld gewisse Gerüchte umher gehen. Seien es Rezensionen, oder das, was Freunde andeuten. Filme, die man dann sehen möchte, und Filme, die man schnell sehen möchte.
Dieses Mal war es ein Thriller. Nunja, es ist meistens ein Thriller, wenn ich darauf anspringe, einfach mein Lieblingsgenre. Eines, bei dem ich heute sogar bereit war, zum ersten Mal seit Jahren, überhaupt alleine ins Kino zu gehen, weil sich auf die schnelle niemand fand, der bereit gewesen wäre, mitzukommen und ich dennoch diesen Film einfach sehen wollte. Und, ich muss zugeben, obwohl alleine ins Kino zu gehen uncool ist und es doch ein merkwürdiges Gefühl ist (ich hätte mir doch einen nicht blöden Spruch ausdenken sollen, mit der ich die hübsche Brunette rechts neben mir hätte ansprechen können), ich bereue es nicht... Continue reading "Der "deutsche Thriller", gibts sowas ab sofort endlich öfter?" Veitshöchheim auf die KartePosted by Patrick Hanft in
Irgendwann vor rund zwei Jahren hörte ich von dem verrückten Versuch, ähnlich wie bei Wikipedia eine freie Enzyklopädie durch Wissen des Einzelnen zu erstellen, eine freie Karte der gesamten Welt zu bauen. Hielt ich damals, es war wohl 2002 oder 2003 Wikipedia im Gegensatz zu vielen meiner Mitmenschen für vorstellbar, wenn auch mindestens ein Jahrzehnt von einer sinnvollen Komplettierung entfernt, fand ich die Idee der Weltkarte jedoch äußerst gewagt. Nunja, ich wurde natürlich eines besseren belehrt. OpenStreetMap ist schon heute benutzbar, wenn auch zugegebenermaßen dennoch weit von einer 100%igen Abdeckung (was auch immer 100% Abdeckung sind) entfernt.
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Frau von der Leyen und die NetzsperrungenPosted by Patrick Hanft in
Kinderpornographie ist übel. Sie ist deshalb zurecht illegal und gesellschaftlich geächtet. Wer sich zur Aufgabe macht, Kinderpornographie aus dem Internet zu verbannen ist also ein Wohltäter. Ganz einfach.
Tja, leider hapert es so manches mal mit den ganz einfachen Folgerungen. Das Internet ist schließlich alles andere, als diese merkwürdige, riesige Telefonanlage, in der man so manch eine Nummer ganz einfach sperren kann. Das Internet ist peer-to-peer, das Internet ermöglicht Kommunikation zwischen zwei Endpunkten, ohne dass in jedem Fall vorhersagbar wäre, dass oder ob diese Kommunikation über einen bestimmten dritten Knoten geleitet wird. Mathematisch gesehen ist das Internet eben kein Baum. Ein Baum ist eine hierarchische Struktur, die man an einem bestimmten Knoten aufhängen kann, welcher in diesem Falle dann gegenüber den anderen Knoten ausgezeichnet ist. Politiker sind mit hierarchischen Strukturen vertrauter. Informatiker manchmal auch noch. Wir lernen mit den neuen Strukturen umzugehen. Und wenn wir verantwortlich handeln möchten, sollten wir Politikern beibringen, mit den neuen Strukturen umzugehen. Oder, wir sollten lernen, wie Politik funktioniert. Continue reading "Frau von der Leyen und die Netzsperrungen" Ich bin wieder daPosted by Patrick Hanft in
Dies ist nicht mein erster Versuch, unter dieser URL ein Blog zu betreiben. Bereits 2003 hat es erste Versuche gegeben und von Ende 2005 bis März 2007 habe ich bereits regelmäßig gebloggt. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass zu persönliches Bloggen nicht das ist, was man „tun möchte“, wenn die eigene Leserschaft auch aus einem nahen Umfeld besteht.
Dieses Blog, das ich nun, knapp zwei Jahre nach meinem letzten Versuch starte, soll zwar weiterhin sehr persönlich sein, dennoch möchte ich meinen Schwerpunkt auf politischere, oder auch öffentlichere Themen richten. Dabei wird es sich wohl um Netzpolitik drehen - der Themenkomplex zu dem ich als Informatikstudent einen Zugang habe, um grüne und ökologische Themen - passend zu meiner politischen Heimat, um freie Software und freie Projekte - wie z.B. Openstreetmap, eines meiner derzeitigen Hobbys, oder auch kulturelle Dinge, die mich bewegen, oder die - ebenso wie vieles andere - einen regionalen Bezug zu meiner Heimatstadt Würzburg haben, in deren Nähe ich wohne. Mit diesem Blog versuche ich also auch mich wieder - neben der thematischen Ausrichtung - der Würzburger Blogosphäre anzunähern, die ich die letzten Jahre beobachtet habe, aber mich nie als Teil derselben begriffen habe. Womöglich werde ich etwas anders bloggen, als sonst in der regionalen Blogosphäre so üblich, aber ich bin dennoch mal auf den Austausch gespannt. In diesem Sinne, Willkommen auf phLogfile
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